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Samstag
 
Abfahrt war am Pfingstsamstag so gegen acht Uhr, nachdem wir uns noch eingehend auf unserer Terrasse stärkten.
Bei beachtlichen 20 Grad Celsius ging's los über die Autobahn ( zu viel Zeit beim Frühstück verbracht) in Richtung Saarlouis,dann auf die B 269 bis Felsberg. Nach Felsberg fuhren wir in über Ittersdorfin Richtung Grenze. Hier wechselte die Bundesstrasse 405 ihren
Namen um sich fortan D 918 zu nennen.
Thionville war der nächste Städtepunkt im Roadbook und die Strasse die wir suchten hieß D 14, sie brachte uns nach Havange. Weiter ging's über Aumetz, Audun, Landres, Longuyon, Montmedy und Margut. ( Von nun an verzichte ich auf die Strassenbezeichnungen, die bei Interesse gerne als Roadbook per E-Mail angefordert werden kann ).
Abfahrt bei uns vor der Tür

 

 
Auf der  VerteidigungsanlageUnser erster Rast- und Besichtigungspunkt war
Villy la Ferte, der westlichste Punkt der Maginot-Linie.
Leider war das Fort geschlossen und wir konnten uns
die Anlage nur von außen ansehen.
 
 

Etwas gefrustet setzten wir unsere Reise über
Carrignan und Mouzon nach Sedan fort.
Natürlich wollten wir der größten Festung Europas
einen
Besuch abstatten ( was sich noch als fast
unlösbares Problem entpuppte ).

Nach zweimaligem Umkreisen der Festungsanlage
haben wir endlich so etwas wie einen geeigneten
Parkplatz für unsere gepackten Bikes gefunden.

Stadttor von Sedan
  
 
Festung in SedanEin viertelstündiger Fußmarsch brachte uns nun zum Eingang der Festung, doch was wir da sahen, sah nicht wie die größte Festung sondern wie die größte
Baustelle Europas aus. Alle Wege nach oben waren gesperrt.

Bei einem kalten Getränk diskutierten wir über unser
weiteres Vorgehen.
Angesichts der fortgeschrittenen Zeit, kamen wir einstimmig zu dem Entschluß: " Wir brauchen einen
Platz zum Schlafen "
 
 
Da Sedan einen " Camping Municipal " besitzt, machten wir uns auf den Weg eben diesen zu suchen.
Nach diversen Irrfahrten brachte uns eine junge Französin verbal auf den richtigen Weg.
Auch ihrer Empfehlung konnten wir nur zustimmen, es ist ein 2-Sterne Platz, der ohne großen Komfort aber
sauber und in gepflegtem Zustand ist.
 
 

Seine Lage direkt an der Meuse mit eigenen
Bootsanlegestellen machen " ihn " nicht nur für
" Landstreicher " interessant.

Nach getaner Arbeit und frisch geduscht mußte
endlich was fürs leibliche Wohl getan werden.
So kam nun die Zeit meines neuen Grills, der
demontiert die Größe eines DIN A4 Umschlages unterbietet.

Camping Municipal de Sedan
 
 
Endlich was zum SpachtelnAuf der Brücke über die Meuse
 
 
Ein Spaziergang beendet den Tag!!!
 
 
 
Sonntag
 
 
Das Frühstück fiel typisch französisch aus, Croissants, Baquettes und Käse standen auf dem Speiseplan.
Claudias Rücken vertrug die Luftmatratze nicht und begann mit Schmerzen auf sich aufmerksam zu machen. Den Heimweg vor Augen wollte sie sich an diesem Tage schonen und nahm sich ein Buch zum schmökern.
Der Himmel schien es gut mit uns zu meinen und wir planten eine Tagestour bis Frommelennes um über die belgischen Ardennen zurück zu fahren.So begannen wir unsere " Männertour " bei strahlendem Sonnenschein,
nichts ahnend was uns noch erwarten wird.
 
 




Über Pont a Bar, Flize, Charleville und Tourne
folgten wir der Route des Fortifications.
" Der Weg "
 
 
" Schei..........."Mittlerweile zwang uns der einsetzende Regen zu uneingeplanten Stop's.
 
 
In Montcornet stehen die Ruinen einer Festung aus dem 14. Jahrhundert.

Weiter ging's halbwegs trocken über Renwez zum
Lac des Vieille Forges, wo wir schützenden Unterstand
vor den immensen Regenmassen suchten.
Ruine in Montcornet
  
  
Der Himmel entläd sich

Der dort stattfindende Triathlon fiel buchstäblich
ins Wasser, denn ein Wettschwimmen war bei
dem Gewitter nicht möglich.

Weiter ging's entlang der Meuse nach Revin.

  
  

Hier kam uns der wohl größte Motorrad-Convoi
den ich je gesehen hatte entgegen. Diesem Schauspiel
die gebührende Ehre zu erweisen und dem Tatbestand von Nikotinmangel meinerseits legten wir eine kleine Pause ein.

Das waren bestimmt 250 - 300 Maschinen
( Mann war das ein geiles Bild )

Leider zu weit weg
  
  
Festung in Vireux-MohaineNoch in Gedanken setzten wir unsere Fahrt via Fumay nach Vireux-Molhaine fort, denn da so schreiben es unsere Reiseunterlagen, erbauten die Römer im 3. Jahrhundert ein Lager um das Reich vor germanischen Plünderern zu schützen.
  
  

Der N 51 folgend quälten uns nun vehemente
Magenschmerzen ( Hunger setzte ein !!! ). Was lag da näher als sich irgendwo ( ganz ganz nah... ) ein kleines Restaurant zu suchen.

In Hierges wurden wir schnell fündig.
" La Causerie les Lelas " mit seinen 4 Tischen sah so einladend aus, das wir unsere Motorräder anhielten um uns der Speisekarte zu widmen. Doch auf ebendiese warteten wir vergebens, statt dessen kam der Wirt und Koch in Personalunion zu unserem Tisch und begann zu erzählen. ( Der Inhalt kann hier nicht preisgegeben werden, da seine Sprachgeschwindigkeit nicht mit meinen Französichkenntnissen konform waren ).

La Causerie les Lelas
Nach mehreren Anläufen meinerseits unterbrach er seine Rede um unsere Bestellung entgegen zu nehmen
Schnell habe ich begriffen, daß nur zwei Speisen zur Auswahl standen, die beide auf dem Gasgrill am Eingang gegart wurden. Wir entschieden uns für ein Rindersteak, das alle Erwartungen bei weitem übertraf.
Dieses Steak füllte den Teller zu 80 % aus und hatte darüber hinaus einen vorzüglichen Geschmack.

So gestärkt dachten wir eher über ein gemütliches
Bett oder einen sonnigen Ecken zum Ruhen als
über die Sitzbänke unserer Maschinen nach.

Doch der Himmel zog sich ein weiteres mal zu und leider setzte der Regen wieder ein.
Unser letztes Etappenziel waren die Grotten von Nichet, die wir bei strömendem Regen erreichten.

Die Grotten von Nichet
  
  
" Die Grottenbewohner"Für die Besucher gibt es zur Zeit 10 sogenannte Säle die wenn man etwas Fantasie mitbringt, anhand ihrer Gesteinsformationen benannt wurden ( z.B. Elefantensaal, Frauensaal, etc... )
Der 10. Saal befindet sich 35 Meter unter der Oberfläche, die man mit über 135 Stufen wieder erreicht. Die Temperatur in der Grotte beträgt konstante 9 Grad Celsius, was jemanden mit nasser Kleidung ( würg ) nicht gerade erfreut.
  
  

Nun war es Zeit unseren " Heimweg " anzutreten,
den wir aus wettertechnischen Gründen nun über
belgische Schnellstrassen fuhren.

Das Abendessen fiel heute "amerikanisch" aus.

  
  
  
Montag 
  
  

Nach dem Packen konnten wir die Rückreise nicht antreten ohne die verpaßten Strassen der belgischen Ardennen zu passieren.
Über Membre folgten wir der Semois, die bei Rochehaut
eine große Schleife macht.


Die Semois-Schleife
  
  
Hoch über der Schleife

Ein idealer Punkt um eine kleine Pause einzulegen. Hoch über der Semois eröffnen sich gigantische Ausblicke auf das rege Treiben im Fluß ( Tretboote, Paddelboote und Schwimmer waren zu beobachten ).

Doch ein tosendes Geräusch, das immer näher kam störte die unendliche Ruhe. Wir erahnten schon, daß es sich hierbei nur um Motorräder handeln konnte. Wieder kamen die Bikes in Zweierreihen die Strasse entlang und ich konnte es mir nicht verkneifen einen der Fahrer um die Größe der Gruppe zu interviewen.
Es waren 150 Motorräder .

  
  

Die waldreichen Strassen führten uns weiter nach Boullion, einer interessanten Stadt, der wir uns aus Zeitmangel leider nicht näher widmen konnten.

Über Florenville erreichten wir Tintigny. Ein Strassenrestaurant animierte uns gleich unsere leeren
" Batterien " zu laden, um den Rest der Strecke zumindest mit einem gewissen Sättegefühl zu genießen.

Boullion
  
  
Sieht einladend aus gelle?Außerdem konnten wir nicht durch Belgien fahren ohne die vielgepriesene Pommes Frites aus dem Land ihrer Erfinder zu verköstigen.
  
  

Nach Arlon verließen wir Belgien, um uns dem " Vallee de l'Eisch " ( eine Region, die eine Tagestour wert ist ) zu widmen.
Über Echternach ging's entlang der Mosel bis Schengen. Eine letzte Pause bei Perl brachte mich und meinen schmerzenden Hintern auf den Gedanken die Tour hier abzubrechen und auf direktem Wege ( Autobahn ) nach Hause zu fahren.

 

Fazit :

725 Kilometer gefahren und jedemenge fantastische Eindrücke gesammelt.Wobei ich persönlich die belgischen Ardennen als schöner empfinde ohne die französichen dabei abzuwerten.

 
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