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Freitag 19.03.05

Endlich war der Zeitpunkt gekommen, an dem wir einen langgehegten Traum verwirklichen konnten, wir machten uns auf den Weg nach Hahn, um von dort aus nach Prestwick in Schottland zu fliegen.

Unsere Maschine startete um 19:30 Uhr in den Wolkenbehangenen Himmel. Es war das erste Mal, das wir
mit einem sogenannten "Billigflieger" reisten. Doch weder das Flugzeug selbst noch das Servicepersonal von
Ryan Air vermittelten uns den Eindruck, das hier gespart wird. Nur für die sonst übliche Verkostigung mußte extra gezahlt werden, sofern man sich was bestellte.

 
Der Flug verging ohne Zwischenfälle und wir kamen gegen 21:40 Uhr Ortszeit in Prestwick an. Nach den üblichen Formalitäten am Schalter der Autovermietung, gingen wir zum Parkplatz um unseren Leihwagen, einen 2 wochenalten Ford Focus mit 530 Meilen auf dem Tacho abzuholen. Es ist schon ein seltsames Gefühl auf der "Beifahrerseite" einzusteigen und das Volant und die Pedalerie vor sich zu haben. Nach einer Proberunde auf dem Parkplatz wurde es ernst, wir mußten nach Ayr. Irgendetwas stimmt da nicht
 
Canterholm Guest House

 

 

Für die erste Übernachtung hatte ich ein B&B ( Bed&Breakfast ) in Deutschland vorgebucht. Das Canterholm Guest House erreichten wir nach ca. 1 Stunde Fahrt, wobei die ersten Meilen mehr als gewöhnungsbedürftig waren. Wir wurden sehr freundlich von den Hausherren empfangen. Unser Domizil ist eine viktorianische Villa mit gehobener Ausstattung und 2 Kingsize-Betten.

 
Samstag 20.03.05
 
Nach einer erholsamen Nacht wollten wir nun das so oft gelobte " Continental Breakfast " testen. Tatsächlich hier wird nicht einfach gefrühstückt, nein hier wird Frühstück zelebriert. Als Starter nimmt man sich eine Schüßel mit Cerealien und kalte Milch. Während des Verzehr's kommt die Dame des Hauses und erfragt auf welche Art und Weise man die Frühstückseier zubereitet haben will ( Spiegel-,Rührei, ...) und ob man Speck und Würstchen möchte. Kaum mit dem ersten Gang fertig, steht auch schon heißer Toast auf dem Tisch, dazu gibt es div. Marmeladen. Als 3. Gang werden die Eier mit Beilagen serviert. Mit so einer Grundlage hält man es locker bis zum Nachmittag aus.
   

 

 

Da Ayr direkt am Meer liegt, lag es nah am ersten Morgen gleich mal zum Strand zu fahren.Nachdem wir die Morgen-Seeluft schnupperten, änderten wir unseren ursprünglichen Plan und fuhren nicht auf dem direkten Weg nach Glasgow. Statt dessen gings via A713 mitten durch die Downland's in Richtung Edinburgh.

Strand Ayr
 
Loch Ken

 

 

Die Galloway-Tourist-Route führte uns über Dalmellington in East Ayrshire zum Loch Ken. Entlang dieser Strasse sahen wir unsere ersten Schafe ( insg. gibt es 50 Mio. in GB ), Galloway-Rinder ( hornlose Rindvieh-Rasse ) und ein Shire-Horse , eine Kaltblutrasse mit einem Stockmaß zwischen 1,80-2,00 m.

   

 

 

 

 

Als nächster Besichtigungspunkt bot sich Gretna Green an. Dieser Ort machte in den 40er Jahren auf sich aufmerksam, weil dort Minderjährige Paare heiraten konnten ohne die Erlaubnis ihrer Eltern einzuholen. Über Lockerbie ( machte am 21.Dez. 1988 Schlagzeilen durch ein Flugzeuganschlag ) und Langholm folgten wir der Historic Road to Edinburgh.

Gretna Green
   
Galloway-Rinder in den Borders Hermitage castle
 
Diese brachte uns geradewegs in die Scotisch Borders, dem Grenzgebiet zwischen Schottland und England. Hermitage Castle liegt tief in den Borders und ist nur über Single Roads zu erreichen.Leider kamen wir ausserhalb der Öffnungszeiten und konnten unsere Bilder nur aus der Ferne schießen.
 
Whitestone House

 

 

Mittlerweile war es 17:00 Uhr und an der Zeit eine geeignete Bleibe zu suchen. Gegen 18:00 Uhr kamen wir nach Hawick. An der Tourist Information war eine Tafel mit Übernachtungsmöglichkeiten ausgestellt. Beim ersten Versuch hatten wir schon gleich 2 freie Zimmer gefunden. Frau Muik, die Eigentümerin vom Whitestone House kam vor über 40 Jahren von Österreich nach Schottland.

 
Sonntag 21.03.05
 

 

Heute vor 40 Jahren erblickte Sabine das Licht der Welt. Bei einem ausgedehnten Frühstück an einem besonderen Tisch im Erker des Frühstücksraumes begannen wir diesen Tag. Bei der Abreise unterhielt ich mich noch mit ein paar jungen Engländern, die Hawick wegen einer sehr bekannten Downhill-Bahn aufsuchten.
Als nächstes stand Sightseeing in Edinburgh auf unserem Plan, doch noch trennten uns ca. 40 Meilen.

Geburtstagsfrühstück
 
Edinburgh Castle

 

 

Über Penicuik erreichten wir so gegen 11:00 Uhr Edinburgh. Nach kurzer Überlegzeit stellten wir unser Auto in einem Parkhaus ab um die Stadt mit öffentl. Verkehrsmitteln ( Touri-Busse ) zu erkunden. Unser erster Stop war Edinburgh-Castle. Beim Spazieren durch die Lawn Market und Castle-Hill-Street fiel uns auf, daß die Geschäfte extrem dunkel waren. Der Grund dafür war ein Stromausfall, der uns auch den Weg ins Castle verschloss.
Nach weiteren 2 Stunden Fußmarsch hatten meine Mädels genug gesehen und wollten endlich wieder zum Parkhaus um die Stadt in Richtung Perth zu verlassen.

 
Forth Bridge Abbadour Castle

 

 

Über die Forth- Bridge, die den Firth of Forth überbrückt, folgen wir der Five Coastel Tourist Route und finden Abbadour Castle, das leider schon geschlossen war. Als nächster Punkt stand Loch Leven
auf dem Plan. Aus gegebenem Anlaß beendeten wir die Rundfahrt für heute und checkten im Windlestrae Hotel ein. Bei einem 3-Gänge Menue und einer Flasche Rotwein ließen wir den Tag noch einmal Revue passieren. Den krönenden Abschluß bot ein Glas Isle of Skye,
das wir in der hoteleigenen Bar zu uns nahmen.

Windlestrae Hotel
 
Montag 22.03.05
 
Belvaird Castle

 

 

Wir fahren einem scheinbar verregneten Tag entgegen und entdeckten das Belvaird Castle, ganz offen, ohne Zaun und total schön. Weiter fuhren wir in Richtung Dundee mit Zwischenstop in St. Andrews.

 

 

 

Über die Tay Bridge ging's über Dundee zum Glamis Castle, wo Queen Elizabeth ihre Kindheit verbrachte. Hier konnten wir uns einer Besichtigung nicht entziehen.

Glamis Castle
 
Donnotar Castle

 

 

Der Küstenstrasse folgend kamen wir über Johnshaven bis vor die Tore von Stonehaven. Hier liegt das eindrucksvolle Donnotar Castle auf einem Felsen. Über die A957 fuhren wir nach Banchory, dem Ende unserer heutigen Etappe.

   

Das Douglas Arms Hotel in der Durchgangsstraße des Ortes sah sehr einladend aus und hatte zudem noch freie Zimmer zu moderaten Preisen. An diesem Abend war Sabine eines klar, sie mußte sich unbedingt dem Nationalgericht der Schotten, dem Hagis (mit Innerreien und Gewürzen gefüllter Schafsmagen ) widmen.Ich pers. hatte heute so viele Schafe gesehen, daß mir die "lamp-chops" nicht mehr aus dem Kopf gingen. Jedoch konnte ich es mir nicht verkneifen und mir eine Gabel Hagis stibitzen. Ich kann Sabine nur zustimmen, irgendwie erinnert der Geschmack an Leberknödel. Da wir ja in Schottland waren, mußte natürlich wieder ein Single Malt zur Verdaung her. Auf Empfehlung des Chef's und Barkeeper's, der uns den Stolz des Hauses, eine 160 Jahre alte Bar zeigte, tranken wir einen Talisker ( 18 Jahre ). Zum Andenken überreichte er uns 2 Pint Gläser der Brauerei Tennent's.

Douglas Arms Hotel
   
Dienstag 23.03.05  
   
Von Banchory fuhren wir immer tiefer in die Grampian Mountains vorbei an Kincardine Church, durch das Glen Muik zum Loch Muik.
Weiter ging es zum Balmoral Castle, das jedoch erst ab dem 25.03. zu besichtigen war. Um heute doch noch ein Schloß zu sehen, entschieden wir uns kurzerhand die 17 Meilen Umweg in Kauf zu nehmen. Das Schloß war für Besucher noch gesperrt, jedoch konnte man durch den Schloßgarten spazieren und ein Paar Fotos schießen.
Kincardine Church Glen Muik
Braemar Castle

 

 

 

Bitte Fotos anklicken für Erklärungen!!!!!!

 
Auch für die Royal Highland Gathering's , den die Spiele beginnen erst im September. Durch schneebedeckte Berggipfel näherten wir uns Tomintoul, dem höchstgelegensten Dorf Schottlands. Der Weg führte uns durch das Skigebiet " The Lecht Tow" geradewegs auf den Malt Whisky-Trail. Quasi auf dem Weg lag die Glenlivet-Distillery.
 
Tomintoul Glenlievet-Distillery
Packhorse-Bridge Dufftown
 
Weiter ging's vorbei an der Packhorse-Bridge, einer Steinbrücke, die wie man auf dem Bild sehen kann von der Natur wieder eingenommen wird. Über Dufftown, der "Hauptstadt" des Malt Whisky's nähern wir uns der Glenfiddich-Distillery, die wir dann auch von innen besichtigt haben.
Im Visitcenter wurden wir freundlich empfangen und gefagt ob wir uns einer "Original- oder einer Connoiseurs-Tour" anschließen möchten.Der Unterschied besteht darin, daß letztere um eine Verkostigung mehrerer Jahrgänge erweitert ist und die Zeit, die man dafür benötigt auf ca. 2,5 Stunden festgelegt ist. Uns reichte jedoch eine Besichtigung und die Verfahrensweise der Herstellung des "Lebenswassers", die uns Sandy Fraser, etwas nervös ( es war seine erste Führung ) rüberbrachte. Über Elgin erreichten wir Grantown on Spey um im Tyree House Hotel unsere Nacht zu verbringen. Glenfiddich-Distillery
   
Mittwoch 24.03.05  
   
Hist. Brücke von Carrbridge

 

Wir beginnen unseren 6.Tag mit der Fahrt nach Carrbridge um die alte historische Brücke zu suchen. Ein absolutes Muß für jemanden, der dieses Land der Geschichte wegen besucht ist Culloden Moor nahe Inverness. 1746 wurde das Hochlandheer Charles Eduard Stuards von den englischen Truppen unter Führung des Herzogs von Cumberland vernichtend geschlagen. Das Schlachtfeld ist eine Gedenkstätte mit den Gräbern der Clans und einem großen Steindenkmal.Nur neun Meilen weiter sollten wir Cowdor Castle erreichen, was wir leider aus irgendwelchen Gründen nicht fanden.

Culloden Moor
Telly-Rind????

 

 

Um nicht soviel Zeit zu verlieren, denn die ist ja bekannterweise kostbar, fuhren wir weiter um uns mit dem Mythos Nessi auseinander zu setzen. Das Visitercenter in Drummnatroit ist touristisch voll erschlossen und bietet vom Plüsch-Nessi bis zum "Monsterglas" jede Menge Schnick-Schnack. Jedoch beim Blick über den Loch ertappt man sich dabei nach Nessi ausschau zu halten.....

Warten auf Nessi
   
Urquhart Castle

 

 

Entlang des größten Wasserreservoirs Großbritaniens ( L.:ca 37 Km-
B: ca 3,2Km-T: ca 230-250m ). Wir fahren auf der Uferstraße zum einst größten Schloßes in Schottland : Urquhart Castle. In Anbedracht der Tatsache, daß wir uns an diesem Tage noch
Eilean Donan Castle ansehen wollten, fahren wir weiter, den Loch Clouanie links liegenlassend der A87 folgend nach Dornie.

   
Was uns hier erwartete, war ein Schloß, das einen beim Betreten in jene Zeit versetzt als die großen Clans noch dieses Land beherrschten. So war Schottland in meinen Träumen....
   
Eilean Donan Castle Eilean Donan Castle
Gigantischer Anblick!!!!!!

 

Leider mußten wir unsere "Gedankenwelt" verlassen und uns auf den Rückweg aus dieser doch menschenarmen Region machen.

Irgendwo kam uns ein Hirsch ruhig äsend am Wegesrand zu Gesicht.

   

 

 

Müde und vollgepackt mit neuen Eindrücken kamen wir nach Invergarry, einem Ort zwischen North West Highlands und den Grampian Mountains. Zeit um dem Körper und der Seele Ruhe zu gönnen.Im Invergarry-Hotel, einem familiär geführten Hause, wo der Gast nicht als potentielle Einnahmequelle sondern auch als Mensch mit individuellen Bedürfnissen gesehen wird, fühlten wir uns auf Anhieb wohl.

Invergarry Hotel
   
Donnerstag 25.03.05  
   
So relaxt, folgten wir den Spuren Harry Potters und nur der höchste Berg Großbritaniens, der Ben Nevis ( 1343m ), 6 Kilometer vor Fort Williams ließen uns einen unplanmäßigen Stop einlegen. Am Fuße stehend könnten wir, d.h. Sabine und ich, es uns schon mal vorstellen eine solche Landschaft zu erwandern ( wobei wandern eigendlich nicht zu unseren Hobbys zählt ).
Am Fuße des Ben Nevis

 

 

 

Vorbei an Loch Lochy, welches am frühen Morgen noch halb im Nebel verschwunden war, erreichten wir Fort Williams.

 

 

In der High Street besorgten wir noch das eine oder andere Souvenir. Danach gings weiter in Rg. Glen Finnan, um den Zug und die Brücke von Harry Potter zu sehen.Auf der hälfte der Strecke bemerkten wir, daß wir eigendlich darauf ja keine Lust hatten und drehten auch sogleich um.

High Street
Glen Coe Wir wollten in Rg. Glasgow durch das Glen Coe, das Tal der Tränen fahren, was sich als absolut sehens und fahrenswert erwies. An der Uferstraße des Loch Lommond's hätte das Herz eines jeden Motorradfahrers höher geschlagen, eine sehr kurvenreiche, extrem schmale Straße. Jedoch für "Ottonormalrechtsfahrer" eine echte Herausforderung auch für den Beifahrer ( schwitz,schwitz,..).

Westl. von Glasgow, genauer in Inverkip suchten wir eine Bleibe für die letzte von 6 Nächten. Hier erlebten wir etwas, was einem nicht alle tage erfährt. Als ich im Inverkip-Hotel nach einem freien Familienzimmer fragte, wurde mir vom Rezeptionschef mitgeteilt, daß sie keine Familienzimmer haben, wir müßten ein Doppel-und ein Einzelzimmer nehmen. Es gäbe da aber ein B&B ganz in der Nähe, daß er sehr empfehlen könnte. Sollte dort kein Platz für uns sein, würde er uns die beiden Zimmer geben.

2 Minuten entfernt war das Foresters House, das von Jim und Rhona Wallace liebevoll geführt wird. Wir bekommen das sauberste Zimmer unserer Tour. Laut Rhona Wallace gibt es im Restaurant des Inverkip-Hotels das beste Essen der Gegend und ein Tisch müßte vorbestellt werden.Wir befolgten Ihrem Rat und verbrachten die Zwischenzeit mit einem Spaziergang incl. Sonnenuntergang im Marina Pier. Dafür wurden wir mit einem vorzüglichen Dinner und einer Flasche alkoholisiertem rotem Traubensaft fürstlich entlohnt.

Und wieder beenden wir den Tag mit einem Glas "uisge beatha" was auf gälisch Lebenswasser heißt.

Marina Pier
   
Freitag 26.03.05  
   
Culzean Castle

 

 

Nach einem mehr als exclusiven Frühstück und einem netten Gespräch mit einem Golfer, der im Marina Pier sein Boot liegen hat fuhren wir weiter in Richtung Prestwick. Wir beschloßen noch ein Paar Fotos von Culzean Castle, welches auf der Rückseite der 5 Pfund Note abgebildet ist, zu schießen. Leider gab es vor dem Kassenhäuschen keine Möglichkeit mehr zu wenden, Da es sich um eine Einbahnstraße handelte. Denn was uns hier erwartete war mehr als unverschämt: Familienkarte 45 Euro Hallo???

 

 

Um eben diese Pfund erleichtert fuhren wir weiter, nach Alloway, dem Geburtsort von Robert Burns, dem Nationaldichter Schottlands.
An eben diesem trafen wir 2 nette Engländer, die uns vor seinem Geburtshaus ablichteten.

Burns Geburtshaus


Auld Brig O'Doon

 

 

 

Ganz in der Nähe befindet sich das Robert Burns Visitor Center mit dem R.B.-National-Heritage-Park.
Dort trafen wir "unsere Engländer" wieder und diesesmal konnten wir uns revangieren und die Beiden auf dem R.B.-Monument im Foto festhalten. Auch die Auld Brig O'Doon über die Tam O'Shanter nach Burns Gedicht den Hexen entkam ist direkt neben dem Park.

   

 

Damit haben wir uns für unseren letzten Tag mehr Kultur angetan als wir ursprünglich geplant hatten.
Noch hatten wir ca 3 Stunden Zeit bis zum Rückflug und was gibt es da erholsameres als ein schöner Strandspaziergang um dem Urlaub einen schönen Abschluß zu geben.....

Strand bei Ayr
   
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